Schalom – Unversehrtheit, Heil, Frieden!
6. September 2010 | Von Cordula Velten | Kategorie: RückblickBewegte Vergangenheit des Friedberger Judenbades…
Als Witwe des berühmten Rabbiners Chaim ben Bezalel wurden wir von Stadtführerin Monika Keichel, gekleidet in ein historisches Gewand, in der Judengasse 20 in Friedberg begrüßt. Unter diesem Haus liegt das Judenbad, eines der eindrucksvollsten Zeugnisse jüdischer Kultur in Hessen. Die 1260 erbaute Mikwe diente noch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts als rituelles Tauchbecken der jüdischen Gemeinde in Friedberg. Diesen tiefen Einblick wollten wir uns ganz genau anschauen.
25 Höhenmeter galt es daher mit 75 Stufen zu überwinden. Mathematikfans wissen sicher jetzt sofort, dass eine einzelne Stufe weit über die übliche Höhe einer Treppenstufe hinausging…
Wieso so tief? Da fließendes Wasser im jüdischen Ghetto der Friedberger Altstadt nicht verfügbar war, musste der Grundwasserspiegel erreicht werden, um zu dem für die Ritualbäder notwendigen natürlichen Wasser zu gelangen. Dafür wurde ein Schacht 25 Meter vertikal in den Untergrund getrieben und in quadratischem Querschnitt von ca. 5,50 m x 5,50 m aufgemauert. Das sich stetig selbst erneuernde Wasser steht bis zu 5 m tief und die Wassertemperatur beträgt ganzjährig um die 8°.
Weitere tiefe stimmungsvolle Einblicke später – im nahe gelegenem Lokal Sanssouci - eingebettet in traditioneller Klezmer Musik endete ein wundervoller Abend, der dem einen oder anderen tief bewegtem Gast sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.











